Work-Life-Balance

Bei dem Begriff "Work-Life-Balance" trennt man das Leben des Menschen formal in eine "Arbeitswelt" und in eine "private Welt". Ziel ist es, beide Welten in Einklang zu bringen und ein harmonisches Gleichgewicht herzustellen. Idealerweise ergänzen sich sogar beide Welten.

Kritisch betrachtet ist diese Annahme sehr fiktiv und formalistisch und kann zu mehreren Problemen führen. Einerseits ensteht bei Menschen dadurch leicht der Glaube, sich in ihrem privaten Leben maximal von der Arbeitswelt erholen zu müssen, was somit zu einem "Entspannungsdruck" im Privatleben führen kann. Andererseits ist diese Theorie stark von der dualistischen Sichtweise einer "kraftraubenden" Arbeitswelt und einem "kraftspendenden" Privatleben geprägt. Dieser Dualismus enspricht jedoch häufig nicht der Realität. So kann das Privatleben u. U. einen stärkeren Stressor für einen Menschen darstellen als das Berufsleben. Weiterhin lässt diese Betrachtungsweise völlig außer Acht, dass unbewusste stressfördernde Verhaltensmuster einzelner Menschen sich meist auf ihr gesamtes Leben auswirken und sich nicht auf einen Lebensabschnitt reduzieren lassen. So wird ein Perfektionist sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben sein stressförderndes Verhaltensmuster "Perfektionismus" ausleben.

Sinnvoll scheint der Begriff "Work-Life-Balance" lediglich in Unternehmen im Rahmen der Personalpolitik zu sein. So kann er als Sammelbegriff für verschiedene Methoden einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik gelten. Diese reichen z. B. von flexiblen Arbeitszeitmodellen, Möglichkeiten der Arbeit von Zuhause bis zu unternehmenseigenen Kitas. Unternehmen werden somit den Anforderungen einer modernen Gesellschaft gerecht und können beim Kampf knapp werdender Fachkräfte entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen.

   
 
   
 
 

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